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Die Biologische Chemotherapie ist ein vielversprechender und nebenwirkungsarmer Therapieansatz

Artesiminin/Artesunate

Einige natürliche Stoffe haben die Eigenschaft, Stoffwechselprozesse einer Tumorzelle zu blockieren. Die kann zum Untergang einer Tumorzelle führen. Dies ist das Ziel einer Therapie mit einem biologischen Chemotherapeutikum. Dabei kann nur ein Stoff oder eine Kombination von mehreren Stoffen, die dann in Summe mehrere Stoffwechselprozesse blockieren, verwendet werden. Bei der intravenösen Gabe kann wesentlich mehr Wirkstoff aufgenommen werden, als bei der oralen Aufnahme durch Kapseln.

Artesunate-Infusionen bei Krebs - Ein naturheilkundliches Zytostatikum aus dem einjährigen Beifuß

Der aus dem einjährigen Beifußes (Artemisia annua) gewonnene, natürliche Wirkstoff Artemisinin hat in mehreren internationalen Studien gezeigt, dass er eine deutliche zytostatische Wirkung auf Krebszellen hat. Mit Artesunate, einem halbsynthetischen Derivat, steht damit ein effektiver Wirkstoff für die naturheilkundliche und komplementäre Tumorbehandlung zur Verfügung. Das natürliche Artemisinin wurde bereits von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in die Liste der „unentbehrlichen und wichtigen Arzneimittel“ aufgenommen. Wir beschränken uns bei unserer Betrachtung auf das halbsynthetische, wasserlösliche Artesunate, weil damit eine definierte Wirkstoffmenge und Qualität zur Verfügung steht. 

Ein komplexer Wirkmechanismus führt zur Zerstörung von Krebszellen und zur Hemmung der Gefäßbildung von Tumoren.

Tumorzellen haben aufgrund ihrer extrem beschleunigten Zellteilungsrate wesentlich höhere Eisenkonzentrationen als gesunde Zellen. Gelangt Artesunate in die stark eisenbeladenen Krebszellen, werden spontan große Mengen von sogenannten freien Radikalen (reaktive Sauerstoffspezies) freigesetzt, welche die Krebszellen schädigen und schließlich zerstören. Neuere Untersuchungen zeigen, dass Artesunate hemmend in die Gefäßneubildung des Tumors eingreift. Auf diese Weise können die Tumorzellen von der Blutversorgung abgeschnitten und ausgehungert werden; dies verringert die Möglichkeit der Bildung von Metastasen.

Eine Behandlung mit Artesunate kann auch bei Krebsarten erfolgreich sein, bei denen konventionelle Therapien keine positiven Reaktionen bewirken konnten. Auch bei besonders aggressiven Krebserkrankungen wie Bauchspeicheldrüsenkrebs, akuter Leukämie oder dem Dickdarmkarzinom sind die bisherigen Ergebnisse sehr vielversprechend.

Die Verabreichung von Artesunate ist unkompliziert und wird in aller Regel sehr gut vertragen.

Die Dosierung der Artesunate-Infusionen wird nach dem Körpergewicht berechnet. Die Infusionsdauer beträgt etwa 45 bis 60 Minuten. Zu Beginn der Therapie wird eine Serie von 15-20 Infusionen, idealerweise täglich aber mindestens dreimal wöchentlich verabreicht. Nach der ersten Behandlungsserie wird je nach Tumorart und Krankheitssituation eine Pause von 4-8 Wochen gemacht. Danach hat sich eine Wiederholung der Infusionsbehandlung bewährt. Häufigkeit und Dosierung richten sich dann nach der jeweils erreichten Verbesserung der Tumorerkrankung. Es treten i.d. R. nur leichte bzw. gut beherrschbare Nebenwirkungen oder Komplikationen auf, eine Depression der Erythrozyten- und Leukozytenanzahl ist möglich und muss laborchemisch kontrolliert werden.

Mit Artesunate steht uns ein hochpotentes, schnell wirksames und relativ gut verträgliches naturheilkundliches Krebsmittel zur Verfügung. Flächendeckende Studien fehlen noch. Artesunate sollte bis zu einer Tumorgröße G2 in Kombination mit einem Eisenpräparat verabreicht werden. Ab einer Tumorgröße G3 scheint die Eisenspeicherkapazität des Tumors selbst durch Vermehrung der Hepcidinrezeptoren für die Reaktion mit Artesunate ausreichend zu sein. In Anwesenheit von Redox-aktivem-Eisen (Ionen) bricht die Endoperoxidbrücke besonders schnell auf. Das Eisen lagert sich in schnell wachsenden Zellen an, markiert solchermaßen das Zellwachstum und macht die wuchernden Zellen so zum Zielpunkt für die Substanz. Das Redox-aktive-Eisen lagert sich in den Lyosomen (membrangebundene Zellorganellen) ab. Dieses lysosomale Eisen ist der Ausgangspunkt für den durch Artesunate ausgelösten Zelltod bei Krebszellen.

"Artesunate, eine Substanz aus dem Einjährigen Beifuß (lat. Artemisia annua, nicht zu verwechseln mit dem Gewürz Artemisia vulgaris), wirkt zerstörerisch auf schnell wachsende Krebszellen".

Dies lässt sich bis ins Detail logisch nachvollziehen, wenn man die Molekülstruktur von Artesunate betrachtet: Sie enthält komplizierte Sauerstoffbrücken, "Endoperoxidbrücken". Diese sind instabil und brechen auf, wenn die Moleküle an eine Zelle anheften. Diese Reaktionen sind erwünscht:

1.)    Es werden extrem aggressive Sauerstoffteilchen frei, die die Krebszellen angreifen.

2.)    Es bleiben beim Restmolekül von Artesunate bindungsbereite Strukturen übrig; sie suchen sich Eiweiße als neue Partner. Dabei entstehen so genannte Proteinadukte, welche den Tumor zersetzen.

3.)    Angiogenesehemmung durch Reduktion des vaskulären endothelialen Wachstumsfaktors

Artesunate wirkt somit wie Sprengstoff in den Tumorzellen. Ferner schwellen die Christae der Mitochondrien bis zum Zerplatzen an, was wiederum zu einer direkten Schädigung der Zellatmung führt. Die chinesische Medizin nutzte diesen Mechanismus- ohne ihn zu kennen- seit Jahrtausenden. Nicht gegen Krebs, aber gegen Fieber und Malaria. Deren Erreger befinden sich zeitweise im Blutfarbstoff Hämoglobin. Auch hier wirkt Artesunate.

Pflanzen müssen sich, um langfristig als Art erhalten zu bleiben, nicht nur gegen Bakterien, Pilze und Viren wappnen. Sie müssen auch Gifte entwickeln, die Fressfeinden suggerieren, sie seien ungenießbar. Die Nebenwirkungen, die Artesunate-Medikamente haben, sind daher jene, die in der freien Natur die Pflanzenfresser davon abhalten sollen, vom Einjährigen Beifuß zu naschen: Kopfweh, Schwäche und Benommenheit. Im Vergleich zu den Nebenwirkungen durch Chemotherapie - von vorübergehendem Haarausfall über bleibende Sterilität bis zur lebensgefährlichen Knochenmarkschädigung - nimmt sich dieses  Pflanzengift gut verträglich aus.

Weitere Untersuchungen haben gezeigt, dass Artesunate eine Alternative  für die Umgehung aufgetretener Therapieresistenzen - wie z.B. bei Taxotere- darstellen kann. Artesunate ist einerseits ein Zytostatikum und in seiner Wirkung durchaus mit üblichen Chemotherapeutika vergleichbar, der Entstehungsweg für eine Resistenzbildung scheint aber ein anderer zu sein. Daraus kann abgeleitet werden, dass eine Third-line-Chemotherapie in Kombination mit Artesunate noch einmal sinnvoll sein kann oder Artesunate direkt als Third-line eingesetzt werden kann.

Für folgende Tumorarten bestehen bereits Erfahrungen:

  •  Colon-Ca
  • Mamma-Ca
  • Melanom
  • Prostata-Ca
  • Neuroblastom
  • Plasmozytom
  • Ovarial-Ca
  • Pankreas-Ca
  • Sarkome

Generell gilt: je aggressiver der Tumor, umso mehr speichert er Eisen und umso effektiver wirkt Artesunate. Das wasserlösliche Artesunate der i.v.-Applikation wird als Blut-Hirn-Schranken gängig beschrieben und eignet sich somit auch für die Therapie von Gehirntumoren.

Artesunate kann in Kombination mit der Chemotherapie (außer für Mitomycin, für welches eine Wirkabschwächung beschrieben wird) sowie in der chemotherapiefreien Zeit gegeben werden. Eine Resensibilisierung für Gemcitabine wurde bereits eindeutig beschrieben.

 Literatur:

  1. Hamacher-Brady, Anne, Henning A Stein, Simon Turschner, Ina Toegel, Rodrigo Mora, Nina Jennewein, Thomas Efferth, Roland Eils, and Nathan R Brady. 2010. Artesunate Activates Mitochondrial Apoptosis in Breast Cancer Cells via Iron-catalysed Lysosomal Reactive Oxygen Species Production. The Journal of Biological Chemistry 286 (8) (December 13): 6587–601. DOI: dx.doi.org/10.1074/jbc.M110.210047...
  2. Division of Functional Genome Analysis... IPMC, MCA and MCAC samples. Panel (c), finally, presents a combination of the data with a colour-code added that indicated the tendency of malignancy of the respective tumour types: blue, non-malignant; red, highly malignant. figure ... Effect of Artesunate on pancreatic cancer cells , Helwan University, Cairo The paucity of curative therapies for pancreatic cancer has translated into an overall 5-year survival rate of less than 5%, underscoring...
  3. German Cancer Research Centre ...., Hofmann, A., Hub, B., Zentgraf, H., Lehmann, W.D. and Pereira, G. (2011). Phosphorylation-dependent regulation of the F-BAR protein Hof1 during cytokinesis. Genes & Dev., 25:875-888. Steinbrueck, L., Pereira, G. and Efferth, T. (2010). Effects of artesunate on cytokinesis and G2/M cell cycle progression of tumour cells and budding yeast. Cancer Genomics & Proteomics, 7:337-346. Caydasi, A.K., Kurtulmus, B., Orrico, M.I.L. , Hofmann, A. , Ibrahim, B. and Pereira, G. (2010). Elm1 kinase activates...
  4. Malaria Drug Artesunate Activates Lysosomal Cell Death in Cancer Cells MALARIA DRUG ARTESUNATE ACTIVATES LYSOSOMAL CELL DEATH IN CANCER CELLS No. 36a | 11/07/2011 Heidelberg scientists have investigated cellular processes in killing breast cancer cells. enlarged view In cancer cells treated with arsenuate, mitochondria (green) as well as lysosomae (red) appear fragmented, accummulated around the nuclei. Untreated cancer cells, in contrast, appear to have a network of mitochondria and lysosomae distributed evenly over the entire cell. | © dkfz.de Artemisinin – a substance...
  5. Hamacher-Brady A., Stein H.A., Turschner S., Toegel I., Mora R., Jennewein N., Efferth T., Eils R. & Brady N.R. (2011). Artesunate activates mitochondrial apoptosis in breast cancer cells via iron-catalysed lysosomal reactive oxygen species production. J Biol Chem., 285(8):6587-601 Hamacher-Brady A., Brady N.R., Logue S.E., Sayen M.R., Jinno M., Gottlieb R.A. & Gustafsson A.B...
  6. Deutsches Krebsforschungszentrum JUNIOR RESEARCH GROUP SYSTEMS BIOLOGY OF CELL DEATH MECHANISMS DR. NATHAN BRADY 3D reconstruction of mitochondria (green), lysosomes (red) and nuclei (grey). In response to artesunate, lysosomes cluster asymmetrically at the nucleus. Pro-death signaling from lysosomes induces mitochondrial fragmentation and convert mitochondria into inducers of cell death via cytochrome c release. Vergroesserte Ansicht 3D reconstruction of mitochondria (green), lysosomes (red) and nuclei (grey). 

Curcuma

 

 

Curcuma wird oral nur zu einem sehr geringen Prozensatz enteral aufgenommen, da es nicht fettlöslich ist. Trotzdem gehört die Curcuma-Kps. als ein die Apoptose förderndes Agenz fast schon mit zur oralen Standardmedikation. Zur deutlich verbesserten (ca. 30-fachen) Aufnahme des Wirkstoffes Curcumin stehen nun auch i.v-Applikationen zur Verfügung.

Durch eine Curcumin-Gabe werden NFkB und Cox-2 gehemmt. Dadurch kann eine anti-inflammatorische, anti-oxidative und anti-proliferative Wirkung sowie eine Förderung der Apoptose eingeleitet werden.

Ferner wirkt es Chemo- und Radiosensitivisierend bzw. bewirkt eine synergistische Wirkverstärkung von: Gemcitabine, Temodal, Platinderivaten, Paclitaxel, Bevacicumab, Artesunate und Dichloracetat (DCA).

Cave: Curcumin reduziert die Wirkung von Cyclophosphamiden, Irinotecan und Doxorubicin.

Wenn gewünscht, kann die Wirksamkeit von Curcumin – ebenso wie von Artesunate- im Chemosensitivitätstest vor Gabe mitgemessen werden.

Alle oben genannten Infusionstherapien können im Sinne §73 AMG als individueller Heilversuch in palliativer Situation angewandt werden bei folgenden Entitäten:

  • Mamma-Ca
  • Colon-Ca
  • Nieren-Ca
  • Prostata-Ca
  • Gallengangs-Ca
  • Cervix-Ca
  • Melanom
  • Leukämien.

Es besteht –wie auch in klinischen und invitro-Studien nachgewiesen- eine epidemiologische Korrelation von reduziertem Auftreten von Colon-, Mamma-, Prostata- und Lungen-Krebs mit häufigem Curcumin-Konsum, wie z.B. in Indien.

Ein kombiniertes Infusionsschema mit Artesunate und Curcuma kann hervorragend mit oder ohne Hyperthermiebegleitung gegeben werden. Für beide Infusionen müssen zusammen ca. 2-2,5 Stunden Laufzeit eingerechnet werden. Zur Membranöffnung kann vor der Curcuma- und Artesunate-Infusion noch Dichloracetat (DCA) vorab i.v.gegeben werden. Um den Spiegel zwischen den Applikationen aufrechterhalten zu können, kann zusätzlich eine orale Gabe beider Stoffe dazu ergänzt werden.

Germaniumsesquioxid

Germaniumsesquioxid kann hervorragend mit  anderen Infusionen kombiniert werden. Germaniumsesquioxid ist ein synthetisches Produkt. Es wird in Dosierungen von 100-200mg pro Infusionem verabreicht.

Germanium darf nicht als anorganische Form oder als Nieren- und neurotoxisches Germaniumdioxid verabreicht werden. Germanium wird z.B. in USA als frei verkäufliches orales OTC- Präparat verkauft, welches Germaniumdioxid enthalten kann. Anorganisches Germanium ist ein Halbleiter und wird in der Computerindustrie verwendet. Germanium kommt natürlicher Weise z.B. in Knoblauch und Zwiebeln sowie in den chinesischen Gouji-Beeren vor.

Die Wirkungsweise des bei uns i.v. verwendeten Germaniumsesquioxids geschieht durch Repolarisation einer Tumorzelle, wobei Germaniumsesquioxid als Protonendonator auf die Zelle wirkt. Dies kann von einer Tumorzelle nicht toleriert werden.

Germaniumsesquioxid-Infusionen zeigen hervorragende Ergebnisse bei folgenden Tumorerkrankungen:

  • Prostatakarzinom
  • Glioblastom
  • Triple negativem Mammakarzinom.

Dabei ist deutlich hervorzuheben, dass der alleinige Einsatz von Germaniumsesquioxid nicht die gewünschten Effekte bringt. Die oben genannten Infusionstherapien sind immer Teil eines immunologisch-zytologischen Gesamtkonzeptes!

Dichloracetat (DCA)

Dichloracetat (DCA) ist das Natriumsalz der Dichloressigsäure und ist z.B. in USA seit ca. 30 Jahren zugelassen für seltene Erkrankungen. Es ist als Infusionstherapie eine gezielte Tumortarget-Therapie und inhibiert die Tumorglykolyse. Es hat zudem angstlösende Eigenschaften.

Tumore verstoffwechseln in hohem Maße Glukose und Fette, wodurch eine hypoxische Stoffwechselsitutation mit Veränderung der mitochondrialen Glukoseoxidation über die Pyrovatdehydrogenase in Richtung aerober Glykolyse geschieht. Es entstehen die Endprodukte Laktat und H+, welche sich dann vermehrt in der Zellumgebung wiederfinden und das Säure-Basen-Gleichgewicht in der Tumorumgebung empfindlich stören bzw. den pH-Wert der Tumorumgebung von physiologischen 7,3 auf 6,8 senken können. Dies konnte durch pH-sensitive PET Radiotracer und Magnetic-Resonance-Spektroskopie und MRT durch optische Bildgebungsverfahren nachgewiesen werden.

Diese extrazelluläre Hyperazidität fördert eine Tumorentstehung und Ausbreitung. Diese Mechanismen werden durch Dichloracetat (DCA) vermindert oder sogar aufgehoben, da DCA die Pyruvatdehydrogenase (PDH) reaktiviert und somit die mitochondriale Glukoseoxidation wieder ermöglicht und somit einer erneuten Laktatbildung vorbeugt.

Cave: Der Körper braucht die Voraussetzung, um auf die anfallenden, abgestorbenen Zellen (Tumorlyse) ausreichend reagieren zu können.

Mögliche Nebenwirkungen sind reversiblen Neuropathien durch die Absenkung des Glukosehaushaltes der Nerven. Dann werden einige Tage Pause bis zur Beschwerdelosigkeit gemacht.  D+Galaktose, B-Vitamine, Magnesium, Alpha-Liponsäure i.v. und oral gegeben reduzieren die Nebenwirkungen wieder.

Literatur:

1.)     ED Michealkis, LWebster, JR Mackey, Dichloracetate (DCA) a potential metabolic-targeting therapy for cancer, British Jounal of cancer (2008) 99, 989-994

 

Die Procain-Basen-Infusion

 "Procain ist für mich das königliche Medikament." Prof. Aslan 1954

Das chemische Molekül Procainhydrochlorid bildet die Grundlage für die Procain-Basen-Therapie. Das bereits 1905 zugelassene Procainhydrochlorid gehört zu den wenigen Arzneistoffen, welche aufgrund ihrer Wirksamkeit und guten Verträglichkeit bis zum heutigen Tage Bedeutung haben. Es wurde anfangs zur örtlichen Betäubung verwandt und fand einen wahrhaften Siegeszug als Hauptwirkstoff der Neuraltherapie nach HUNECKE und der von Prof. ASLAN in den 50er Jahren bekannt gemachten gleichnamigen Vitalisierungsbehandlung- der sog. Aslan-Kur.

Die von Krause nachgewiesenen anti-inflammatorischen Effekte von Procain bei rheumatischen Erkrankungen zeigten die hohe Potenz besonders in Kombination mit einem Basenzusatz. Die Wirkung an Zellmembran und in der Grundsubstanz ist bekannt und wird fortwährend untersucht. Die Anwendung im Schmerzbereich als Infusion wurde ebenfalls mehrfach publiziert. Im Jahre 2003 wurde schließlich der wachstumshemmende Effekt von Procain auf humane Krebszellen in vitro beschrieben.

Procain wirkt:

  •  analgetisch d. Hemmung von Prostaglandinsynthese und Phospholipase
  • anti-inflammatorisch
  • anti-oxidativ
  • gefäßerweiternd
  • bronchospasmolytisch durch Hemmung der Muskarinrezeptoren
  • koronarperfusionssteigernd
  • negativ inotrop
  • anti-arhythmisch
  • anti-konvulsiv
  • spezifisch impulsmodulierend
  • anti-histamin
  • kapillarabdichtend d. Aktivierung der Paraminobenzoesäure
  • psychoanaleptisch
  • HMG-CoA-Reduktase-hemmend
  • DNA-demethylierend
  • anti-proliferativ
  • organkonservierend
  • partiell anti-viral (Zoster-Schmerzen)
  • wundheilend
  • nebenwirkungsarm (geringere Toxizität als Lidocain)

 Natriumhydrogencarbonat wirkt

  • alkalisierend
  • mineralisierend
  • prolongiert die Procain-Wirkung

Die Infusion bewirkt eine Schmerzreduktion, eine Verbesserung des Allgemeinbefindens und einen Säureabbau. Zusätzlich werden entzündungshemmende und ausgleichende (systemisch regulative) Effekte beobachtet. Sie bewirkt einen Anstieg des paralymbischen cerebralen Blutflusses sowie einen Anstieg der ACTH-, Cortisol- und Prolaktinproduktion, was z.b. bei Fatigue-Syndrom ein hilfreiches Moment ist.

Hauptindikationen sind:

  • Basisbehandlung bei Krebserkrankungen,
  • sämtliche akute und chronische Schmerzzustände,
  • Hinweise auf latente Gewebeazidose,
  • entzündliche Erkrankungen (akut und chronisch),
  • Perioperativ (heilungsfördernd, neuroprotektiv).

 Vorübergehende Nebenwirkungen (< 10%) sind:

  •  Herzklopfen
  •  Blutdruckabfall
  • Blutdruckanstieg
  • Kopfschmerz
  • Schlafstörungen
  • Bitterer Mundgeschmack
  • Gesichtsflush
  • Durchfall

Durch die Procain-Basen-Infusion erfolgt eine Befundverbesserung durch vegetativen Ausgleich, Öffnung peripherer Blut-und Lymphgefäße, eine sympathikolytische Wirkung, eine anti-rheumatische und analgetische Wirkung, ein Neuraltherapie-Effekt, eine Reduktion der peripheren Azidose, Minderung der peripheren Hypoxie und ein Abtransport von Laktat.Somit ergeben sich folgende Wirkungen:

  • Krebshemmende Wirkung
  • Mikroangioperfusionserhöhung
  • Sympathikolyse
  • Entzündungshemmung
  • Anti-oxidativer Effekt
  • Anti-rheumatische Wirkung
  • Reduktion der Nebenwirkungen von Chemo- und Strahlentherapie
  • Stimmungsaufhellung, Angstlösung, emotionale Entspannung

Weitere synergische Effekte von Procain mit:

  • Vitalstoffen
  • Baseninfusionen
  • Organzellextrakten (OZE)
  • Homöopathie
  • DCA

Weitere Vorzüge bestehen in der guten Steuerbarkeit und geringen Toxizität aufgrund der kurzer Halbwertszeit und Sauerstoff sparenden und kapillarabdichtenden Effekten, Entzündungshemmend, anti-oxidativen und Lipid senkenden Effekten.

Übersicht Biologische Chemo-Therapeutika

 

Wirkmechanismus auf die Zelle.

Andere Wirkmechanismen

Ereignis

Dichloracetat (DCA)

Erhöhung der Pyruvatde-hydrogenase

Reduziert Hyperazidität, Vermeidung Polyneuro-pathie

Reinduktion der physio-ogischen Verbrennung statt Vergärung im Glukosestoff-wechsel

Artesunate

Reaktion mit Eisenionen, spontanes Auftreten energiereicher Sauerstoffspezies

Hemmung der Angiogenese

Induktion von DNA-Strangbrüchen (analog Radiatio)

Curcuma

Aktivierung von Caspasen und damit Induktion der Apoptose

Senkung NFkB und COX2

Apoptose der Tumorzelle

(analog Chemo-therapie, Platin-derivate)

Germaniumsesquioxid

Repolarisation der Tumorzelle / Protonendonator

Erhöhung von T-Zellen und Interferon-ƴ

Induktion Apoptose

Amygdalin

Intrazelluläre Entstehung von Zyan-Wasserstoff (Blausäure)

Schmerzlindernd

Zytotoxizität

Vitramin-C-Hochdosis

Prooxidativer Stress in  pathologischer Zelle mit Erhöhung des Wasserstoffperoxids

 

Zytotoxizität

Procain-Basen

Aktiviert die Hypermethylierung von P53 und bcl2, wirkt antiproliferativ, PH- Anhebung

Analgetisch

Anti-inflamatorisch

Anti-oxidativ

Anti-proliferativ

Neuroprotektiv

Anti-proliferativ

 

Alphaliponsäure

Alphaliponsäure ist ein chelatbildender Wirkstoff. Er wird oral und i.v. hochdosiert mit 300 bis 600mg eingesetzt. In der Infusionstherapie spielt die Alphaliponsäure im Bereich der Detoxifikation, bei der Polyneuropathiebehandlung sowie als Wirkverstärker der Vitamin C Hochdosis-Infusionstherapie eine Rolle. Es ist prinzipiell eine körpereigene Substanz, die insbesondere die hepatischen Stoffwechselfunktionen günstig beeinflusst und stark anti-oxidativ wirkt. Auf der anti-oxidativen Wirkung beruht auch seine neuroprotektive Wirkung. Alphaliponsäure wird als Infusion verabreicht.Während der Infusionstherapie muss auf Unterzuckerzustände geachtet werden.

Alphaliponsäure verstärkt die Wirkung der Vitamin C-Hochdosistherapie und die Wirkung der Infusionstherapie kann durch die orale Einnahme von 300-400mg Alphaliponsäure aufrechterhalten bzw. verstärkt werden. Die Infusionstherapie kann bis zu täglich erfolgen.

Als Nebenwirkungen treten gelegentlich Übelkeit und Erbrechen sowie leichte Kopfschmerzen auf. Allergische Reaktionen sind möglich und deuten sich z.B. durch Juckreiz an. Die Infusion wäre dann zu beenden.

Herstellerseitig wird bei gleichzeitiger Gabe auf einen Wirkungsverlust von Cisplatin hingewiesen. Ein zeitlicher Abstand von 3 Tagen zur Cisplatingabe oder eine Gabe in der Chemotherapiefreien Zeit ist somit sinnvoll.